Nachfolgende Texte und Bilder stammen überwiegend aus dem Archiv der Gondelbahn, meist aus den '70er JahrenDie technischen Hauptdaten der GondelbahnHöhenunterschied: etwa 165 m Förderleistung in jeder Richtung: 650 Pers./Std. Fahrgeschwindigkeit: 3,0 m/s Anzahl der Wagen: 43 Fahrzeit: etwa 7 Minuten Anzahl der Stützen: 8 Förderseil-Durchmesser: 26 mm Beförderte Fahrgäste: rund 2 Millionen Bad Dürkheim als ErholungszentrumAuszug aus einem Gutachten v. Institut für Leistungs- und Begutachtungsmedizin Prof. Dr. M. Hochrein und Dozent Dr. med. habil. I. Schleicher.Mit der Gondelbahn in die Keltenzeit, in die Vor- und Frühgeschichte von europäischer BedeutungKur- und Wanderwege im Naherholungszentrum der Bergstation:
Prospekt "Für Schulleiter und Lehrkräfte":Mit der Bergbahn zum Naturlehrpfadzu Zeugen der Frühgeschichte aus der Zeit der Kelten und RömerI.Ein Besuch des Ringwall-Teufelstein-Gebietes oberhalb von Bad Dürkheim ist für Schulklassen besonders lohnend, weil sich den Schulkindern dort ein Zeugnis aus der Frühgeschichte unserer Heimat offenbart, an dem zugleich auch die Art und Weise frühgeschichtlicher Forschungstätigkeit deutlich gemacht werden kann. Bevor jedoch einige Erläuterungen zur Heidenmauer und zum Teufelstein gemacht werden, möchten wir Ihnen einige Hinweise geben, wie Sie am besten dorthin anreisen. Verbindungen mit öffentlichen VerkehrsmittelnBad Dürkheim ist mit öffentlichen Verkehrsmitteln gut zu erreichen.Vom Wurstmarktgelände führt die Gondelbahn in achtminütiger Schwebefahrt direkt auf die Bergkuppen des Pfälzer Waldes. Je vier Personen haben in einer Gondel Platz. Türen und Fenster können unterwegs nicht geöffnet werden. Die Gondeln fahren im Abstand von 72 Meter, so daß eine 32 Kinder starke Klasse mit acht Gondeln in zehn Minuten auf den Berg gebracht werden kann. Die Gondelbahn kann 650 erwachsene Personen in jeder Richtung in einer Stunde befördern. Die Bahn ist von 9 bis 18 Uhr ständig in Betrieb. Wartezeiten bestehen nicht. Der Fahrpreis wird nach einem für Kinder ermäßigten Gruppenpreis berechnet und beträgt ab 20 Kinder 2,25 Mark. Hin- und Rückfahrt. Betreuungspersonen (Lehrer und pro Klasse zwei Begleitpersonen) fahren unentgeltlich. II.Die HeidenmauerDer Ringwall hat auch für unsere Vorstellungen gewaltige Ausmaße. Rundherum gerechnet ist er fast 2 km lang. Man braucht also, urn ihn abzuwandern, eine gute halbe Stunde. Die größte Nord-Süd-Entfernung innerhalb des Walles beträgt fast 750 m, die größte Ost-West-Entfernung 600 m. Das Mauerprofil verjüngt sich nach oben. An der Basis ist der Wall 15-20 m stark, am Scheitelpunkt 3-4 m. Wo die gebuchteten Linien aufeinander stoßen, hat der Wall eine Breite von fast 70 m. Seine Höhe beträgt 8-10 m. An seinem östlichsten Punkt ist der Wall durch eine 6 m breite Toranlage mit einer Vorbefestigung durchbrochen. Die von der Mauer umzogene Fläche weist zahlreiche Hügel unterschiedlicher Größe, die an Grabhügel erinnern, und im Nordteil eine Wasserstelle auf. Früher war die Fläche unbewachsen. Im vorigen Jahrhundert wurden auf ihr Bäume angepflanzt. Der Felshang unterhalb der östlichen Spitze der Ringmauer, der den Namen Kriemhildenstuhl trägt, ist in der römischen Zeit des ersten bis vierten Jahrhunderts als Steinbruch genutzt worden. Zahlreiche Inschriften und Felszeichnungen geben Zeugnis von dieser Abbrucharbeit am Berg. Dieser Steinbruch bildet zusammen mit anderen (z. B. dem Brunholdisstuhl unterhalb des Sanatoriums Sonnenwende) eine ganze Steinbruchgalerie, die sich um den Kastanienberg bis hin zum heute noch genutzten Schlammberg zog. Heidenmauer und Steinbrüche sind einzigartige Zeugnisse vor- und frühgeschichtlicher Epochen in Deutschland. Sie stehen daher unter Denkmalschutz. Mit der Entschließung vom 17. Oktober 1953 hat die Bezirksregierung der Pfalz die Heidenmauer und den Kriemhildenstuhl als schutzwürdige Denkmale anerkannt. Funktion der HeidenmauerDiese in geschichtlicher Zeit bedeutsame Landschaft fand auch schon in der Vorzeit die Beachtung der Völkerstämme. Ein Zeugnis ihrer Kultur ist die Heidenmauer bei Bad Dürkheim. Nicht erst die Römer haben den Berg umkränzt, um dort ein Lager zu errichten, weil sie zu diesem Zwecke niemals Berghöhen wählten und ihre Standquartiere anders anzulegen pflegten, und erst recht nicht der Hunnenfürst Attila, von dem es heißt, daß er nach der Niederlage an den Katalaunischen Gefilden in dem Ringwall gelagert habe. Bleibt nur zu fragen, zu welchem Behufe die Ahnen in grauer Vorzeit sich der Mühsal eines so gewaltigen Unternehmens, wie es der Bau des Steinwalls ist, unterzogen. Vor dreißig Jahren schien die These auch politisch angebracht, daß es sich bei der Mauer um eine germanische Kultstätte zur Sonnenbeobachtung gehandelt habe. Dafür sprechen gewichtige Momente. Die "Eckpunkte" des Walles, wo an den nördlichen Halbkreis die beiden Sehnen anstoßen, liegen fast genau in östlicher und westlicher Himmelsrichtung und fixieren die Punkte, an denen die Sonne auf- und untergeht. ber Mauerkamm ist von Innen fast überall nur so hoch, daß er bequem eine Sonnenbeobachtung zuläßt (während die Mauer außen eine Höhe bis zu 10 m hat). Die östliche Seite der Südspitze führt seit je den Namen "Sommerwende". Stoll (Der Brunholdisstuhl am Ringwall über Bad Dürkhelm, Mannheirner Geschichtsblätter, Jahrgg. 1935, S. 7 ff.), der diese These vertritt, hält den nördlichen Mauerhalbkreis für die Wintersonnenbahn und die nach Süden verlaufenden Linien für die zur Sommerhöhe aufsteigende bzw. von ihr absteigende Sonnenbahn). Wenn man sich aber immer wieder die Größe der Anlage vor Augen hält, wird deutlich, wie unwahrscheinlich es ist, daß ein Werk von diesen Ausmaßen für Kultzwecke und nicht zur Befestigung gedacht gewesen sein soll, "es sei denn, man wollte umgekehrt eine alte Kirchhofsmauer für einen ehema!igen Burgring erklären" (Mehlis, S. 9). Ein Meter des Ringwalls entspricht etwa 20 Wagenlasten Steine. Daher erscheint die Annahme richtig, daß der Ringwall eine Volksburg war und dem Schutz eines Volksstammes im und um das Dürkheimer Tal vor hereinbrechenden Feinden diente. Was sagt die Heidenmauer über Kulturstufe und Lebensweise dieses Volksstammes?BrunholdisstuhlHeidenmauer, Brunholdisstuhl und Teufelstein, die mächtige Hardenburg, drunten im Isenachtal und die Limburg auf der jenseitigen Höhe haben seit jeher Wissenschaft und Forschung und nicht weniger die Fantasie der Dichter und Romantiker angeregt. Der Besucher, der die halbe Stunde des Umwanderns der Heidenmauer nicht gescheut und danach dem Brunholdisstuhl seine gebührende Beachtung geschenkt hat, wird nun, in östlicher Richtung wandernd, nach einer Viertelstunde Weges im Walde den sogenannten TEUFELSTEIN finden, einen mächtigen Findling, der in der Sagenwelt der Landschaft ebenfalls eine Rolle spielt. TeufelsteinIm Mittelalter war der Teufel durch die zahlreichen Kirchenbauten, die er zu zerstören trachtete, vielbeschäftigt. So konnte es nicht ausbleiben, daß er auch zum Kloster Limburg kam, um zu verhindern, daß ein weiteres Gotteshaus entstand. Dazu hatte er die Gestalt eines wandernden Maurergesellen angenommen. Von den Baumeistern des Klosters Limburg war ihm jedoch versichert worden, daß nicht eine Kirche, sondern eine Weinschänke geplant sei. Daraufhin hat der Teufel wie ein gelernter Maurer an dem Bau mitgearbeitet und insbesondere die zwanzig großen, aus einem Stück bestehenden Säulen aus dem Fels gehauen und in dem Kirchenschiff aufgerichtet. Als er aber gewahr wurde, daß man ihn hinters Licht geführt hatte, wuchs in ihm der Zorn und er nahm sich vor, das Bauwerk zu zertrümmern. Aus dem Gebirge riß er einen großen Stein, um ihn von der Anhöhe auf die Abtei zu schleudern. Als er gerade zum Wurfe ausholen wollte, hielt ihn eine schneeweiße Gestalt am Arm fest. Der Stein wurde weich wie Butter und fiel zur Erde. In seiner Entrüstung, weil er sich ein zweites Mal um sein Vorhaben gebracht sah, hat sich daraufhin der Teufel auf den Stein geworfen und - wie Lehmann schreibt - "sein Wasser an demselben herabgelassen". Noch heute kann man in dem Stein die Spuren der Stellen sehen, an denen der Teufel den Stein gekrallt, sich auf ihn gesetzt hat und - auch dieses Zeichen ist nicht verwittert - an der sein Wasser entlanggelaufen ist. Literarische Behandlung der HeidenmauerTrotz der Nähe Dürkheims ist dem Zeitgenossen James Fenimore Cooper mehr von seinem "Lederstrumpf, Wildtöter, Der letzte Mohikaner und Pfadfinder" als von der "Heidenmauer" bekannt. Daß er auf einer Reise vom Rhein zurück nach Paris wegen einer Unpäßlichkeit eines seiner Reisegenossen in Dürkheim Halt machen mußte, berichtet er in der breit angelegten Einleitung seiner "Heidenmauer". Der treuherzige Wirt aus dem damaligen Gasthof zum Ochsen, in dem Cooper abgestiegen war, erzählte ihm von dem Geschlecht der Fürsten von Leiningen, den Ruinen der Abtei Limburg und des Hartenstein, der Burg der Leininger sowie eben von der Heidenmauer und dem Teufelstein. Cooper hat dann mit einem Führer die Limburg erklommen und ist auch auf der jenseitigen Seite des Tales zur Heidenmauer heraufgestiegen. Zur Verkürzung des Weges hat er sich von seinem Begleiter die Sage um den Teufelstein erzählen lassen, die er ebenfalls in der Einleitung wiedergibt, jedoch mit der vornehmeren Variante, daß die Rille im Stein vom Schweif des Teufels, der sich in der wütenden Erregung dort abgezeichnet habe, herrühre. Hintergrund seines Romans bilden Limburg und Hardenburg. Immerhin kann es die Pfalz und ihre Bewohner mit Stolz erfüllen,
daß, wie Coopers Frau in einem Brief (nach: Weckesser, J. F. Cooper
und Dürkheim, Palatina 1931 S. 255) schreibt, die zerstörten
Klöster und Schlösser auf den herrlichen Bergen und den hübschen
kleinen Platz Durcheim die Phantasie des Herrn Cooper so angeregt hätten,
daß er sie zum Schauplatz eines Buches gemacht hat.
Weitere Literatur:Archiv für Anthropologie, Neue Folge Band I Heft 1, 1903. Adolf Rieth, zur Frage der Heidenmauern; auf rheinischen und pfälzischen Buntsandsteinbergen. Pfälzer Heimat 1954 S. 37 ff. Foto aus dem Archiv des städtischen Verkehrsamts [9/941, Villinger 1977]"Gondelbahn überschwebt ihre Trasse über den Weingärten vor der Kreisberufsschule (im Vordergrund li.), rechts Türme der Schloßkirche, Burgkirche, rechts oben 'Kaffeemühlchen'".
Ein Aufkleber:
Gedichte über die GondelbahnAuszug aus "Pälzer Worzle - Gedichte von Otto Wilms in Hochdeutsch und Pfälzer Mundart"Herausgeber: Horst Wilms, Helmut Becker1. Auflage / März 2000 - ISBN-Nummer: 3-00-005720-XDie GondelbahnDie abzubaue wär en Wahn. E Sach, wu soviel Fräät duht bringe un nitzlich is vor alle Dinge un intressant fer Jung un Alt un wichtich is fer Derkem halt, die soll mer werklich gut behiete. Als Kurstadt muss mer doch was biete. Ich her so oft in Ludwigshafe,
Gewiss, die Welt hot viel Gesichter.
Beim Wei misst mer sich eenich werre.
Ein Gespräch in Reimen zwischen Regierungspräsident Paul Schädler und Otto WilmsDie Gondelbahn zum Teufelsteinund träume von der Gondeln Lauf. Es wäre schön, sie würden gehn, nicht ruhen und nicht stille stehn. Bad Dürkheim braucht der Gondeln Schwung, das hält die Kurstadt froh und jung. Drum bitte ich, stimmt mit mir ein: Gebt freie Fahrt zum Teufelstein! Ich weiß zum Stillstand keinen Reim.
Der Gondeln Stillstand kann nur schaden.
Die Gondelbahn bringt nicht nur Leben.
Zum größten Weinfest dieser Welt,
Antwort von Regierungspräsident Paul Schädlergar mancher kann wie Sie nicht schlafen, in unserer schönen Pfalz am Rhein, ob mit ob ohne Führerschein, weil sie nicht fahren kann, die Bahn zum Teufelstein den Berg hinan. Wir hatten freie Fahrt gegeben
So bleibt nur eins: Wir müssen warten
So grüß ich Sie zum guten End
Paul Schädler
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